Warum sind manche Menschen so erfolgreich – und andere nicht? Wo liegt der Unterschied und was kann man von den Überfliegern lernen? Ex-Tennisprofi und Keynote Speaker Markus Czerner führt den Leser in einer klaren Struktur vom reinen Wunsch nach Erfolg zur passenden verbindlichen mentalen Ausrichtung.

Was lese ich dieses Jahr im Urlaub? Da sich mein Leben in vieler Hinsicht gerade neu und turbulent gestaltet, habe ich mich dieses Mal nicht für Krimi oder Roman entschieden, sondern für geistiges Futter der etwas anderen Art. In zwei Wochen Ägypten habe ich mich mit diesen Fragen beschäftigt: Was ist das Geheimnis des Erfolges und welche Tricks erfolgreicher Profis kann ich für mich selbst nutzen?

Es geht nicht nur ums Geld!

Markus Czerner räumt am Anfang seines Buches dankenswerterweise gleich einmal mit einem weitverbreiteten Missverständnis auf: Erfolg ist nicht gleichbedeutend mit materiellem Wohlstand. Abgesehen davon, dass Czerner greifbar und leicht verständlich schreibt – Spätestens mit dieser Klarstellung, hatte er bei mir einen Stein im Brett. Denn statt einem weiteren Buch aus der Kategorie „Auch du kannst einen Sportwagen fahren und Millionär sein!“ stellt Czerner bei der Erfolgsdebatte die eigenen Ziele und Wünsche in den Vordergrund. Damit fühle ich mich wesentlich wohler und das Buch erfährt ein deutlich breiteres Anwendungsspektrum. Es geht beileibe nicht nur um beruflichen Aufstieg oder ein wachsendes Bankkonto, sondern die individuellen Ziele können so vielfältig sein, wie seine Leser. Czerner ist jedoch überzeugt: Egal, welche Ziele man erreichen will – für den Weg dorthin gibt es eine klare Navigation basierend auf validen Erfahrungswerten.

Navigationshilfe

Viele Schritte und Voraussetzungen für das erfolgreiche Umsetzen von Zielen, die Czerner beschreibt, sind natürlich nicht neu. Und die meisten davon klingen auch nicht unbedingt bequem. Willen, Disziplin, einen klaren Fokus. Er packt aber all diese Aspekte in ein gemeinsames Bild der mentalen Stärke, dass es besser verständlich macht. Damit zeigt er auch auf, dass ein Großteil des Erfolges vor allem in uns selbst liegt – und nicht in den Rahmenbedingungen, in Glück oder Unglück, oder im Wohlwollen anderer Menschen. Dabei gelingt es ihm aber, nicht in ein „Du musst es nur genügend wollen!“ abzudriften, sondern er beschreibt handlungsorientiert, wie verschiedene mentale Übungen uns helfen können, unsere Ziele im Blick zu behalten und konsequent daran zu arbeiten.

Ein echtes „Warum“ entscheidet

Besonders gut gefällt mir, dass Czerner sich klar positioniert in Bezug auf die wichtigste Voraussetzung. Er schreibt nämlich, dass alle Leistungspotentiale und Zielbilder nichts nutzen, wenn das Warum fehlt. Wir müssen wissen, warum wir etwas tun und erreichen wollen. Was verbinden wir damit? Für wen tun wir Dinge? Warum ist uns etwas wichtig?
Die Antwort darauf scheint mir die größte Herausforderung, vor die das Buch die Leser stellt. Denn wer mit sich selbst ehrlich umgeht, wird schnell einsehen, dass Antworten wie „weil es cool ist“ oder „weil andere das auch tun“ als echte Treiber nicht ausreichen. Ein starker persönlicher Antrieb geht weit darüber hinaus und verlangt uns einiges ab an Einsichten und Ehrlichkeit in Bezug auf uns selbst. Aber warum wir wollen, was wir wollen, ist DIE entscheidende Triebfeder, die uns unseren Zielen näherbringt.

Das aufzudecken ist nicht leicht, aber es sagt ja auch keiner, dass Erfolg leicht zu haben ist! Auch Czerner nicht, das muss man ihm lassen. Am Ende des Buches hatte ich kurz den Eindruck – puh, das klingt aber nach viel Anstrengung und Arbeit! Lohnt sich das überhaupt? Diese Frage muss jeder Leser für sich selbst beantworten – je nach seinem persönlichen Ziel und dem Antrieb dahinter.

 

PS: Ja, doch, ich habe in den zwei Wochen auch noch Romane gelesen. Sehr zu empfehlen: Amor Towles „Rules of Civility“ und für leichte Kost zwischendurch Susanne Goga „Der verbotene Fluss“.