Ein Management-Buch für Leute, die so etwas normalerweise nicht lesen: Ein Roman rund um eine berufliche und private Neuausrichtung von Jürgen T. Knauf und Annika Strauss.

Zugegeben – Strategie- und Managementliteratur ist nicht so meins. Ziemlich trocken und abstrakt. Ich habe mich immer durchgequält. Und der Lerngehalt war dadurch eher überschaubar.

Jürgen T. Knauf und Annika Strauss gehen mit ihrem Buch „Kaleidoskop der Scherben“ aber einen anderen Weg, der mir deutlich mehr liegt, wie ich nach der Lektüre festgestellt habe. Er verpackt den fachlichen Content nämlich nicht nur in eine Art Fallstudie. Auf die Idee sind andere natürlich auch schon gekommen. Sondern er stellt einen Romanhelden vor vielfältige Aufgaben: eine berufliche Herausforderung, die unrühmliche Vergangenheit, die ihn plötzlich wieder einholt, und private Probleme bilden einen vielfältigen Kontext für Reflexion und Neuorientierung.

Nach einigen Anfangsschwierigkeiten, die so gut dargestellt sind, dass man sich gut einfühlen kann, bekommt der Held unerwartete Hilfe. Auch hier drängt sich nach einigen Kapiteln das Gefühl auf – oh, so einen weisen, väterlichen Freund hätte ich auch gern! Und während man noch mit der Hauptfigur mitleidet, saugt man quasi ganz nebenbei das Handwerkszeug zu einem achtsamen Umgang mit sich selbst und ein mitarbeiterorientiertes Management-Bild auf. Anstatt die Inhalte mit erhobenem Zeigefinger theoretisch zu lernen, begleitet man die Hauptfigur durch ihren Entwicklungsprozess und alles, was dabei noch schief geht.

Die Figuren sind alle gut gezeichnet und geben emotionale Einblicke, an die der Leser gut andocken kann. Bis auf die doch überzeichnete, gestörte Geliebte. Auch ohne Stalking-Tendenzen bergen Affären genug Konfliktpotenzial für so eine Geschichte. Aber gut, diese eine Hyperbel sei ganz nach literarischer Freiheit auch verziehen.

Fazit

Mir hat das Lesen richtig Spaß gemacht! Ich habe es im Ostseeurlaub in wenigen Tagen verschlungen. Und ganz nebenbei etwas gelernt, das bleibt, weil mir das Leben und Leiden des Helden wesentlich stärker im Kopf hängen, als trockene Management-Basics der klassischen BWL-Literatur. In dieser Art wünsche ich mir mehr Bücher!

Schlussbemerkung

Ein bisschen schade fand ich das für mein Empfinden zu intensive Werbeaufkommen im Buch. Das Buch selbst ist super geschrieben und bringt den Leser von ganz allein auf die Idee, dass der Autor ein guter Gesprächspartner sein könnte. Da hätte ich auf den Werbetext am Anfang und Ende des Buches sowie das Lesezeichen gut verzichten können. Verständlich, aber entbehrlich. Die Kontaktdaten des Autors hätten völlig ausreicht.